Niedersachsen ADDITIV startet durch

Kleine und mittlere Unternehmen in Niedersachsen erhalten von nun an kostenlose Beratung zum Thema 3D-Druck. Am 20.10.2017 eröffnete der ehemalige niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies „Niedersachsen ADDITIV – Das Zentrum für Additive Fertigung“. Von der Landesregierung erhält das Zentrum für drei Jahre 1,2 Millionen Euro Förderung.

Ersatzteile, Sportschuhe und sogar Hörgeräte kommen in Zukunft aus dem 3D-Drucker. Die sogenannte additive Fertigung wird die Produktion radikal verändern. Niedersächsische Unternehmen sollen dabei Vorreiter werden, mit der Unterstützung von Niedersachsen ADDITIV. „Additive Verfahren wie der 3D-Druck sind eines der großen Zukunftsthemen der Produktionstechnik beim Thema Industrie 4.0.“, sagte Olaf Lies bei der Eröffnung. Niedersachsen ADDITIV soll den 3D-Druck serientauglich machen.

Vier Partner haben das Zentrum gemeinsam ins Leben gerufen: Das Laser Zentrum Hannover e. V. (LZH), das Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH (IPH), die Deutsche Messe Technology Academy GmbH sowie die LZH Laser Akademie GmbH.


Mit additiver Fertigung lassen sich beliebige Strukturen herstellen – egal ob aus Kunststoff, Metall oder Keramik. (Foto: LZH)

Individuelle Produkte flexibel fertigen

Maßgefertigte Produkte lassen sich künftig nahezu zum Preis von Massenware herstellen – etwa Laufschuhe, die individuell an den Fuß des Sportlers angepasst werden, oder Kopfhörer und Hörgeräte, die perfekt im Ohr sitzen. Unternehmen, die die Entwicklung verpassen, könnten den Anschluss verlieren. Deshalb will Niedersachsen ADDITIV die KMU dabei unterstützen, die neuen Technologien in ihre Produktionsprozesse zu integrieren.

Infoveranstaltungen, Workshops, Seminare und Schulungen

In einer Reihe von Informationsveranstaltungen vermitteln Experten die Grundlagen der additiven Fertigungsverfahren. Sie erklären beispielsweise, welche Technologien es bereits auf dem Markt gibt, für welche Materialien sie sich eignen und wie 3D-Drucker im Vergleich zu herkömmlichen Fertigungsverfahren abschneiden, etwa in Bezug auf Herstellungskosten, Durchsatz und Produktqualität.

In einer Lernfabrik können Fach- und Führungskräfte die Anlagen selbst ausprobieren. In Workshops lernen sie unterschiedliche Verfahren kennen. Bei Demonstrationsveranstaltungen zeigen die Experten an Beispielprodukten, wie die additive Fertigung funktioniert – vom Entwurf bis zur fertigen Ware. Zudem widmet sich das Zentrum der beruflichen Weiterbildung: In Basisseminaren und darauf aufbauenden Schulungen erwerben Fachkräfte das nötige Wissen, um spezifische Anlagen an ihrem Arbeitsplatz bedienen zu können.

Klare Anforderungen, gezielte Forschung


(v.r.) Wirtschaftsminister Olaf Lies mit Dr. Dietmar Kracht, Dr.-Ing. Stefan Kaierle und Dr.-Ing. Malte Stonis vom IPH bei der Eröffnung von Niedersachsen ADDITIV. (Foto: Ralf Büchler)

Wie sich Bauteile aus unterschiedlichen Materialien additiv fertigen lassen und wie sich 3D-Drucker mit klassischen Fertigungsverfahren kombinieren lassen, erforschen die Wissenschaftler des LZH und IPH im Zentrum für Additive Fertigung.

Mit aktuellen Technologien ist schon vieles möglich, allerdings sind die heute erhältlichen 3D-Drucker noch auf wenige Materialien beschränkt und können nur relativ kleine Produkte herstellen. „Das wollen wir ändern“, ergänzt LZH-Geschäftsführer Dr. Dietmar Kracht. „Werkstoffe wie Edelstahl- und Aluminiumlegierungen, Polyamide und Sonderwerkstoffe wie etwa Magnesium spielen für die Industrie eine wichtige Rolle. Nun ist es an uns, maßgeschneiderte additive Verfahren für diese Materialien und größere Dimensionen zu erarbeiten.“

Wirtschaftlichkeit der additiven Verfahren

Aber die technische Machbarkeit allein reicht noch nicht. Der Technologietransfer in die Industrie gelingt nur, wenn die ökonomischen Vorteile ebenfalls überzeugen. Deshalb nehmen das IPH und LZH auch die Wirtschaftlichkeit der additiven Verfahren unter die Lupe – vom Materialverbrauch über die Investitionskosten für die Anlagentechnik bis hin zur Prozessgeschwindigkeit. So wird das Zentrum die additiven Verfahren der nächsten Generation für den flächendeckenden Einsatz in der Industrie entwickeln – und den niedersächsischen Mittelstand zum Pionier der Additiven Fertigung machen.

Präsenz zeigte Niedersachsen ADDITIV im November beim Technologietag „Additive Fertigung in der Produktion“ im LZH, beim Innovationstag Lasertechnik im LZH sowie beim IHK-Forum Innovationsmanagement und beim zweiten Jahrestreffen der EUROPEAN INNOVATORS Initiative der NBank.

Interessierte Unternehmen finden alle Informationen auf der Website von Niedersachsen ADDITIV.

 

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